Der Text ist ein Teil der Performance  The Endless Island of Absence - Mystery of Happiness

Bis vor die Füße bist du geflossen. Verwoben von oben bis unten. Erst mit den Augen, dann nach Luft ringend, gegen Licht gerichtet, schwebend hierher. Und ich sage dir ganz wenige Worte, dass du mir zuhörst. Nur ein wenig von der Stille wegzukommen - hin zu dir. Bist du nun?

Ich meine nur. Wenn ein Traum zerplatzt, kommst du auf die Füße. Du stützt dich ab, suchst das Gleichgewicht, eine Mitte auf dem Horizont. Gekonnt umgeblickt, das Haar gesetzt und die Muskeln vorgefühlt, ist es wieder ganz gut eine Weile. Ich meine nur.

Das Glück, das wir lieben, bittet zum Tanz. Mach es mir nach, dann wirst du auch... Mach es mit, dann wissen es andere auch. Licht in Halbkugeln, dem Takt absichtsvoll hinterher, traumwandelnd, mit zittrigen Fingern, schneidender Nase und verlorenen Augen. Seltsam verführerisch. Ja, dein Glück, das ich liebe.

Bestimmte Muster zeichne ich mit Bleistift vor. Das wirst du sehen. Die Sonne zeichne ich erst am Ende ein. Du kannst mitreden, das siehst du dann. Den richtigen Augenblick zu spüren ist leicht. Mich befällt so manchmal der Gedanke, dass du nicht mit mir sein willst, dann schüttle ich meinen Körper, möchte mich entzweien und aus mir heraus, um für jemand anderen Platz zu machen.

Hier kann man ein paar Schritte gehen, abgesprochen mit der Zeit. Es widerspricht sich nichts. Jeder Bewegung, jedem Wort wird Bedeutung beigemessen, Hoffnung verliehen. Das ist mein Signal - jetzt, jetzt. Auf das Ja folgt das Ausrufezeichen, auf das Nein ein Beistrich und Ausdrucksätze enden mit Punkten. Auf Bewegung keine Gegenbewegung, sondern Beteuerung, auf Ursache keine Wirkung, sondern Wunscherfüllung. Dir gehört alles wenn du den Pfad nicht abreißt.

Zug um Zug. Kopf im Dunkeln, benommen vom Nichts, nicht verleitet. Da lang, dorthin weiter, drüben hinaus, hinauf. Ich hänge am dünnen Seil darunter, gebückt für den Traum. Den weichen, kühlen Boden verlassen, bereue ich jede unnötige Anstrengung oder suche die Seiten ab.

Das wirst du nicht verstehen. Mir folgst du genervt, keine Schritte dahinter, keinen Schritt voraus – in Neugier gehalten von einem Schatten manchmal und vorsichtigen Zwischenrufen. Dass Nacht nachts ist. Und Sterne klar. Vollkommen verselbständigt für Augenblicke des Glücks und den Raum, den wir verlassen. Das war immer unser Zuhause, jetzt sehen wir uns in die Augen.

Wir bleiben auf unserem Festland und nehmen die Schutzmasken ab. Dem Wind trotzend, den großen Wellen eines früheren Lebens entkommen, bewusst der Visionen einer Generation, wandern wir Zentimeter für Zentimeter unser Gedankengut ab - die Füße sind tragfähig, die Knien geübt: Nicht mit Steinen auf Bäume einschlagen. Nicht Aussichten mit Zäunen schmücken. Nicht! Mehr Lippen-Lesen und Zähne-Zeigen. Mehr Schmalspuren. Mehr Staub in den Schuhen tragen... Wir ziehen bis an die äußerste Grenze damit wir einen Halt haben. Um der Gewissheit willen. Arm in Arm, so endlich. Brach liegend alles um uns und wir sind bescheiden mit gesenkten Blicken. Nur Tropfen taugen dann zum Weckruf. Verlässlich und sinnreich. Man muss nicht ein zartes Blatt sein, um nachzugeben - erdbodengleich.

Das macht es mit mir. Mir werden Bedeutungen und Erklärungen entgegengehalten, selten vor mir ausgebreitet, und ich versuche mich auf Zehenspitzen durchzuschwingen. Kopf hoch, in Höhen gehüllt.My ear ist my challenge, singe ich Missverstandenes leise vor mir hin. Das war immer so. Nur für mich so. Oder plötzlich und für kurze Zeit überzeugen mich schnelle Blicke, gesteuerte Hände und breites Lächeln. Bist du mich fragst ob wir wieder zu Hause sind.

Meist unterbricht der Regen den Gang. Den Tag vor sich gewälzt bis zur richtigen Neigung, in einem bestimmten Rhythmus zugelassen (mit einem gehobenen Auge), schweife ich aus, rechts und links, mit den Armen abtastend, niederringend, aufsaugend - einem unbegründeten Frohsinn verschrieben. So sehr im Tun. Für jeden Platz neben mir habe ich mir schon etwas überlegt. Und nur der Regen verändert dann manchmal wieder den Gang, angekündigt und beiläufig, wie für mich überlegt.

Hinter jedem Lidaufschlag lauert ein vorgefertigtes Unterfangen, das es zu befolgen gilt bis die Knochen schmerzen und die Stimmen sich entfremden. Und dann treibst du alles fort. Du setzt dich in eine Mitte und preist den Morgen an. Fürs Nächste.

Die bekannten Gesichter greifen immer zu kurz. Du reihst dich vor mir ein für den Absprung zur Seite. Du meinst: Gelenkt im Kreis kann es nur nach vorne gehen. Nur vorsichtig und unbeirrt bleiben. Und du merkst: Der gemachte Schritt schaukelt dich ins Leben, mit jeder Geschwindigkeit, und wenigen Höhepunkten - umgeben von unzähligen Spiegelbildern gereifter Momente, ohne dich. Du bist da. Da bist du. Hier bist du.